Archiv für den Monat: November 2014

Was ich im Handel über Weihnachten gelernt habe

Für den Handel bedeutet Weihnachten: Geschäft! Schlimm für die Mitarbeiter. Von der Vorfreude bleibt wenig übrig. Das Fest wird ihnen buchstäblich gestohlen. Wie Sie sich ihr Weihnachtsfest retten können.

„Weihnachtszeit – Zeit der Stille, Zeit der Besinnlichkeit“: In den nächsten Wochen werden wir es an jeder Ecke sehen und hören. „Pustekuchen“, kann ich da nur sagen! Für viele Arbeitskräfte sind die Wochen vor Weihnachten die härtesten des Jahres, allen voran für die Mitarbeiter im Handel.

Weihnachtskitsch und Weihnachtswirklichkeit

Statt Vorfreude und Besinnung gibt es Stress pur: Zehn Jahre lang war ich Teil des Treibens. Als Inhaberin eines Spielwarengeschäfts habe ich mehr als die Hälfte meines Jahresumsatzes in den acht Wochen vor Weihnachten erzielt. Das Weihnachtsgeschäft wurde zum Pfeiler meiner Existenz. Für feierliche Gefühle blieb wenig Raum. Im November und Dezember erwies es sich, ob ich im Sommer das Richtige eingekauft und den Trend des Jahres erkannt hatte. Weihnachten wurde zum nüchternen Business. Die Abläufe im Geschäft mussten stimmen – und wehe einer der Mitarbeiter wurden krank!

Am frühen Nachmittag des 24. hatte ich endlich den Beweis, ob mein Gespür richtig gewesen war. Das Geschäft war gemacht. Wie alle Kollegen meiner Branche habe ich Résumeé gezogen: Haben sich die Umsatzerwartungen erfüllt oder nicht?

Sich die Rituale erhalten

In diesen Jahren hatte ich das Gefühl für die Weihnachtszeit verloren. Auch im Privaten ging die Vorfreude auf Weihnachten unter: Die Adventswochenenden waren dem Auftanken und dem Endspurt gewidmet. Über den Weihnachtsmarkt gehen, die Wohnung dekorieren, Geschenke aussuchen, Besinnliches …. bloß nicht! Das alles konnte ich nicht mehr sehen.

Wie schade! Ist der Alltag gänzlich auf das Geschäft ausgerichtet, wird es eintönig. Weihnachten kann ein Höhepunkt im Jahresablauf und ein Farbklecks im dunklen Winter sein. Von selbst geht es aber nicht. Besonders die Mitarbeiter im Handel kommen nicht darum herum, sich „ihr“ Weihnachten zu schützen. Es braucht das bewusste Tun – Rituale sind hilfreich.

Nach Geschäftsschluss am 24. bin ich immer gerne durch die Straßen gegangen. Die Stimmung in der Stadt ändert sich von jetzt auf gleich. Es ist eine Stimmung ganz besonderer Art. Eine Stille, die mir zeigte: Jetzt ist Weihnachten. Erst in diesem Moment konnte ich umschalten und in eine andere Stimmung kommen.

Was ist Ihr Ritual? Ich wünsche Ihnen, dass Sie eins haben oder finden, damit Sie sich Weihnachten erhalten können!